Im Zuge der Harmonisierung der europäischen Normen und Richtlinien ergaben sich im Jahr 1999 wichtige Änderungen: Nach den Vorgaben der Druckgeräterichtlinie 23/97/EWG erfolgte bis Ende Mai 1999 deren nationale Umsetzung. Die Anwendung durch die Hersteller war in einem Übergangszeitraum seit 29.11.1999 zulässig. Am 29. Mai 2002 lief dann endgültig die Frist für die Auslegung von Apparaten nach den damals gültigen Richtlinien wie der Druckbehälterverordnung, den AD-Merkblättern oder anderen nationalen Normen ab.
Es besteht die Möglichkeit, eine der Druckgeräterichtlinie konforme Ausgabe nationaler Richtlinien anzuwenden. Die Arbeitsgemeinschaft Druckbehälter hat mit dem Regelwerk AD 2000 ein der europäischen Druckgeräte-Richtlinie 97/23/EG konformes Regelwerk herausgegeben.
Generell kann die harmonisierte Europäische Norm DIN EN 13445 für unbefeuerte Druckbehälter angewendet werden. Die Norm liegt als Weissdruck seit Mai 2002 vor. Eine Auslegung nach dieser Norm ist für die europaweite Belieferung von Kunden vorteilhaft.
Beide Regelwerke bieten in sich geschlossene Gesamtkonzepte, die im Detail leicht voneinander abweichende Ergebnisse liefern. Für den Hersteller bedeutet dies, dass eine Auslegung nach der DIN EN 13445 von Vorteil ist, wenn Apparate oder Apparateteile europaweit angeboten werden sollen. Die Norm stellt aber höhere Qualitätsansprüche an die Fertigung. Es kann daher eine Auslegung nach dem Regelwerk AD 2000 zu günstigeren Angeboten führen.
Für befeuerte Druckbehälter können zylindrische Mäntel, Trommeln und Rohrleitungen sowie Ausschnitte und Abzweige nach DIN EN 12952-3 mit dem LV-Modul AUZY berechnet werden.
Ein Teil der DIN EN 13445 zu Berechnung von Flanschen liegt mit der DIN EN 1591 vor und wird durch das LV-Modulpaket 1591 abgedeckt. Diese Norm ersetzt die nationale Norm DIN 2505.
Beide Normen EN 1591 und EN 13445 bieten verschiedene Möglichkeiten der Flanschberechnung. In der DIN EN 1591 wird das Gebiet der Festigkeits- und Dichtigkeitsberechnung von Flanschen und Flanschverbindungen umfassender abgedeckt als in den AD-Merkblättern
Nach DIN EN 13445-3, Kapitel 11 erfolgen die Flanschberechnungen in Anlehnung an das Verfahren nach ASME Div. VIII. Im Vergleich zur DIN EN 1591 ist diese Berechnung im allgemeinen konservativer.
Modul HPR basiert auf den Bauvorschriften für Rohrleitungen aus metallischen Werkstoffen und ermittelt die zulässigen Stützweiten von Rohrleitungen mit und ohne Zusatzlasten ( Merkblatt HP100R ).
Das Programmpaket stellt dem Anwender sämtliche Berechnungen der Reihen B und S zur Verfügung.
Mit dem zusätzlichen Modul PMAX wird der Prüfdruck eines Apparates aus den unterschiedlichen Prüfdrücken der Bauteile (Mantel, Böden, Stutzen) berechnet.